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Klima-Pavillon Gera

Mario Forchhammer

Kommentar "Mobilität in Stadt und Land - klimaschonend und attraktiv"

Heute durfte ich mit einigen Landes- und Kommunalpolitikern, sowie weiteren Interessierten im Klima-Pavillon Gera bei der Veranstaltung „Mobilität in Stadt und Land - klimaschonend und attraktiv“ teilnehmen. Eingeladen hat der Verein „die Thüringengestalter“.

In der Veranstaltung ging es um Möglichkeiten den öffentlichen Personennahverkehr in Thüringen zu stärken und attraktiver zu machen, um den umweltschädlichen motorisierten Individualverkehr zu verringern. Es gibt sehr viele gute Ansätze. Dennoch wurde nicht ersichtlich, wo man anfangen könnte, um eine positive Wirkung zu erzielen und eine neue Richtung vorzugeben. Es wurde klar, dass oft sehr viele Faktoren zusammenhängen.

Ich habe Herrn Heuing (Geschäftsführer VMT) dahingehend zugestimmt, dass günstigere Fahrpreise bei gleichbleibend schlechten Fahrplänen keine weiteren Fahrgäste zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen werden. Dennoch wies ich darauf hin, dass es am Ende doch der Preis ist, der ausschlaggebend ist. So lange der ÖPNV nicht deutlich günstiger ist, als der viel flexiblere und bequemere Individualverkehr, wird es kaum Menschen geben, die ihr Verkehrsverhalten überdenken. Das ist auch absolut verständlich.

Vielleicht wäre ein Ansatz, nicht jedes Dorf anbinden zu müssen, sondern zuerst viel befahrene Hauptwege besser auszubauen.

Andernorts gibt es bereits seit Jahrzehnten die Verkehrswende. In meiner früheren Heimatstadt Aschaffenburg bin ich Ende der 80er Jahre immer mit meiner Mutter mit dem Park+Ride-Bus gefahren. Man konnte außerhalb der Stadt kostenfrei parken und ist dann mit dem Bus kostenlos in die Innenstadt gefahren. So konnte einiges an Individualverkehr aus der Innenstadt herausgehalten werden. Natürlich gab es auch die kostenpflichtigen Standard-Buslinien. Diese wurden aber von einer anderen Zielgruppe sowieso schon genutzt. Wenn man neue Zielgruppen erschließen will, braucht es die Umsetzung neuer oder angepasster Ideen.

Auch Pendlerparkplätze funktionieren seit Jahrzehnten. Oft in der Nähe von Autobahnauffahrten oder anderen verkehrsgünstig gelegenen Plätzen mit kostenlosen Parkmöglichkeiten. Wenn ich natürlich zu meinem hohen Bahnfahrpreis auch noch Parkgebühren zahlen muss, macht der ÖPV aus finanzieller Sicht keinen Sinn mehr.

Aus meiner Sicht muss das Rad nicht neu erfunden werden. Man könnte auf solche älteren Möglichkeiten zurückgreifen und diese entsprechend anpassen. Die Frage ist, wie es individuell realisiert werden kann. Wo gibt es öffentliche Parkplätze an Bahnhöfen? Mit dem Bahnticket könnte gleich noch ein kostenloses Parkticket ausgedruckt werden. Es gibt so viele Ideen, die umsetzbar wären. Es fehlt oft nur am politischen Willen.

Ich selbst fahre von meinem Dorf Gütterlitz mit dem Auto zum nächsten Bahnhof nach Triptis. Das Parken in Triptis ist kostenlos. Hier im Kleinen funktioniert es, da noch keiner auf die Idee kam, das Parken hier zu monetarisieren. Der Bus muss nicht regelmäßig durch Gütterlitz fahren. So lange die Hautverkehrsrouten und Sammelpunkte funktionieren, sowie die Preise attraktiv sind, sehe ich eine gute Chance für die Verkehrswende auf dem Land.

Euer Mario Forchhammer